Was Webster Griffin Tarpley in seinem Buch „Barack Obama – Wie ein US-Präsident gemacht wird“ enthüllt, kann mit Fug und Recht als hoch explosiv bezeichnet werden. Der amerikanische Autor und der für die deutsche Version verantwortliche Redakteur Gerhard Wisnewski beleuchten akribisch die wahren Ziele Obamas und die Personen, die ihn systematisch aufgebaut und vom unbekannten Provinzpolitiker zum charismatischen Präsidentschaftskandidaten gemacht haben.

Daß kaum ein Anwärter auf das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika jemals eine vergleichbare weltweite Aufmerksamkeit genoss wie Obama, konnte man auch in Deutschland mitverfolgen. Der Autor hinterfragt kritisch die Darstellung der Medien, die den Fernsehzuschauer und Zeitungsleser seit Monaten täglich mit strahlenden Bildern des Senators aus Illinois überfluten, sowie die rasant wachsende, enthusiastische Anhängerschaft, die Obama seit Beginn des Wahlkampfes um sich scharen konnte. Diese im Buch als „schwärmende Jugendliche“ bezeichnete Gruppe, die unter anderem vom „Messias-Faktor“ und vom „schwarzen Kennedy“ fabuliert, wird laut Tarpley gezielt von außen gesteuert und ihre „rebellische Hysterie“ für fremde politische Ziele missbraucht. Diese überraschende Erkenntnis belegt Tarpley dem schockierten Leser mit einer umfangreichen Liste historischer und gegenwärtiger Beispiele.

Als maßgeblich verantwortliche Drahtzieher hinter der Obama-Kampagne identifiziert Tarpley den ehemaligen Sicherheitsberater von Präsident Jimmy Carter, Zbigniew Brzezinski, und die 1973 von ihm mitgründete, international mächtige „Trilaterale Kommission“. Tarpleys Schlußfolgerung: Dieses vor allem aus Bänkern und Politikern bestehende globale Netzwerk will Barack Obama zum neuen US-Präsidenten küren und mit ihm als Marionette ihre eigene rigorose Machtpolitik durchsetzen.

Der Autor, der in den USA bereits mit einer Nichtautorisierten Biographie von George H. W. Bush von sich Reden machte, nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er beschreibt, wie Politik weltweit durch ebenso nebulöse wie mächtige Organisationen beeinflusst wird. Zur Sprache kommt auch die Einflussnahme auf öffentlich publizierte Wahlumfragen, durch die Wähler frühzeitig in bestimmte Richtungen gelenkt werden sollen. Diese Vorgänge werden eingängig erläutert und anhand von Fakten nachvollziehbar gemacht.

Dem politisch interessierten Leser, der sich mit der gängigen Darstellung in den Medien nicht zufrieden geben möchte, werden in „Barack Obama – Wie ein US-Präsident gemacht wird“ hintergründige und unbequeme Informationen präsentiert, die zum Nachdenken anregen und polarisieren.

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Behandlungen von Terrorverdächtigen Obama bleibt auf Bush-Linie

Mit dem neuen Präsidenten sollte alles anders werden. Doch die Situation der Gefangenen in den US-Lagern Guantánamo auf Kuba und Bagram in Afghanistan wird sich wohl nichts ändern: Ein Bericht bezeichnet die Haftbedingungen auf Kuba als "human".

Die vom neuen US-Präsidenten Barack Obama in Auftrag gegebene Überprüfung des Umgangs mit Gefangenen bringt offenbar keine schnellen Änderungen in den Lagern mit sich. Eine Prüfung der Haftbedingungen in Guantánamo komme zu dem Ergebnis, dass dort die Standards der Genfer Menschenrechtskonvention eingehalten würden, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Zudem teilte das Justizministerium mit, dass die Regelung der Bush-Ära im Umgang mit 600 Gefangenen im umstrittenen Gefängnis Bagram in Afghanistan von der neuen Regierung zunächst beibehalten werde .

Zu Guantánamo hieß es in den Kreisen, der mit der Prüfung beauftragte Admiral Patrick Walsh komme zu dem Schluss, das Gefängnis für Terrorverdächtige stehe im Einklang mit Artikel 3 der Konvention, der die Behandlung von Gefangenen regele. Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf Kreise, Walsh habe lediglich die Ausweitung des zwischenmenschlichen Kontakts unter den Gefangenen vorgeschlagen.

Bilderserie: Endstation Guantánamo

 

Die USA halten auf ihrem Marinestützpunkt im Süden Kubas nach eigenen Angaben noch 245 Personen fest. Die Amerikanische Bürgerrechtsunion (ACLU) nannte den Bericht eine "Farce". Wenn Walsh eine umfassende Prüfung der Bedingungen in dem seit sieben Jahren bestehenden Lager binnen nur 17 Tagen nach Erhalt des Auftrags zum Abschluss bringe, entbehre das jeder Logik.

Obama hat die Schließung des Lagers binnen eines Jahres angeordnet. Zugleich hatte er Verteidigungsminister Robert Gates angewiesen, eine menschenwürdige Behandlung der Gefangenen sicherzustellen. In dem Lager werden vor allem mutmaßliche Taliban- und Al-Kaida-Mitglieder festgehalten, denen die Rechte als Kriegsgefangene verwehrt sind.

Zum Gefangenenlager Bagram teilte das Justizministerium mit, dass die neue Regierung wie ihre Vorgängerin der Ansicht sei, dass die dort Festgehaltenen nicht vor US-Gerichten gegen ihre Haft klagen dürften. Ein Richter hatte der Regierung bis zum 20. Februar Zeit gegeben, um Stellung zu einer Beschwerde von vier der 600 Gefangenen zu nehmen. Die vier Männer sitzen dort seit sechs Jahren ein .

Ex-Präsident Bush hatte argumentiert, diese Häftlinge seien anders als die in Guantánamo und würden nach ihrer Freilassung ein Sicherheitsrisiko darstellen. Es wird erwartet, dass ein US-Bundesbezirksrichter nun in den kommenden Wochen über die Zuständigkeit der US-Gerichte entscheiden wird. Obama hatte Ende

reuters, 13:16 Uhr
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